Forschungsblog von Silke Westphal

– über bildungswissenschaftliche Theorie, Change Management-Praxis und die Herausforderung, beides zusammen zu bringen



  • Wir müssen reden! Jetzt also doch – #Learntec2018

    Einmal im Jahr trifft sich die E-Learning-Branche in Karlsruhe auf der Learntec, der – so sagen sie  – Leitmesse für digitale Bildung. Vor einem Jahr

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  • Nach der Forschung? Knowledge Camp 2017 #gkc17

    Seit ich im März meine Forschungsarbeit veröffentlicht hatte, war bei mir ein bisschen „die Luft raus“. Dieses eine Projekt war endgültig abgeschlossen und ich stand

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Wer bin ich und wenn ja warum? Rollen in kollegialen Beratungsprozessen

Wie der Name schon sagt lebt die Methode „Kollegiale Beratung“ von den Kolleginnen und Kollegen, die sich an der Beratung beteiligen. Damit ist nicht unbedingt gemeint, dass die Mitglieder der Beratungsgruppe zwingend in einem Unternehmen oder einer Einrichtung arbeiten müssen. Das kann sogar – meiner Erfahrung nach – ein Nachteil sein. Die Wissensbestände und die Erfahrungen können durch die tägliche gemeinsame Arbeit zu ähnlich sein, um der ratsuchenden Person wirklich neue Perspektiven zu eröffnen. Es gibt auch Unternehmen, in denen es die Beschäftigten für gar keine gute Idee halten, sich mit Nichtwissen und Unsicherheit zu offenbaren. Die Angst vor Sanktionen ist einfach zu groß.

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Darf’s auch ein bisschen mehr sein? Kollegiale Beratung in zwei bis zehn Schritten

Ein Kennzeichen der Methode „Kollegiale Beratung“ ist der strukturierte Ablauf entlang einer vorab festgelegten Schrittfolge, auch „Ablaufschema“ genannt. Dies macht die Methode auch für Neulinge gut handhabbar und leicht zu erlernen. Was innerhalb der einzelnen Beratungsschritte passiert, ist festgelegt und in der Regel mit einer zeitlichem Empfehlung versehen. Wie viele Schritte für eine Kollegiale Beratung notwendig und sinnvoll sind, wird von verschiedenen Autorinnen und Autoren allerdings sehr unterschiedlich bewertet.

Grundsätzlich gibt es zwei Phasen, aus denen sich Kollegiale Beratung zwingend zusammensetzt: die Fallerzählung und die Fallbearbeitung. Weniger geht nicht.

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Alte Zeiten… Als die gedruckte Sprache noch männlich war…

Vor ein paar Tagen wurde in den sozialen Medien ein Artikel aus der Zeit heiß diskutiert. Inhalt war das Protokoll einer per E-Mail geführte Debatte zwischen einer Gastautorin und einem Redakteur über das Wort „Studierende“. Kurz gesagt ging es um die Frage, ob es notwendig ist, auch durch die Bezeichnung dieser speziellen Personengruppe darauf hinzuweisen, dass sie männliche und weibliche Personen umfasst. Dies ist nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes eindeutig der Fall. 2014 lag das Geschlechterverhältnis nahe bei 1:1.

Nun ist die deutsche Sprache vom Grundsatz her eben nicht neutral, sondern sieht grammatikalisch deutliche Unterschiede in der Konstruktion von Bezeichnungen für männliche und weibliche Personen vor. Der „rettende Anker“ wenn man so will, ist dann die einem Text vorangestellte oder in eine Fußnote verfrachtete Klausel, dass mit der männlichen Bezeichnung selbstverständlich auch Frauen „mitgemeint“ sind. Nur – wer was wie meint ist dann im Zweifel immer noch unklar. Ganz gemäß dem Motto „Die Gedanken sind frei“.

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Interaktionsarbeit – „Menschen, die mit Menschen arbeiten“

Zu Beginn des Forschungsprojektes hatte ich die Aufgabe, meine Zielgruppe für die Untersuchung zu definieren. Quantitative empirische Studien haben den entscheidenden Nachteil, dass man zu einem sehr frühen Zeitpunkt sehr genau festlegen muss, was man wissen möchte und was nicht, was man meint und was nicht und wer eben die Zielgruppe ist und wer nicht. Auf der einen Seite ist das lästig – auf der anderen Seite ungemein disziplinierend. Man kann sich eben keine Schwammigkeiten leisten.

Meine Zielgruppe umfasst „Menschen, die mit Menschen arbeiten“, also Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen, Coaches, Trainerinnen und Trainer, Pflegepersonen in der Alten- und Krankenpflege, Erzieherinnen und Erzieher in Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen der Jugendpflege, Fallmanager und Jobcoaches bei der Betreuung von Arbeitssuchenden, Führungskräfte in Wirtschaft und Verwaltung sowie Assistenzberufe.

Nachdem ich eine Weile versucht hatte, eine etwas wissenschaftlichere Formulierung für die Zielgruppe „Menschen, die mit Menschen arbeiten“ zu finden, habe ich auf Facebook die Community befragt. Da kamen tolle Vorschläge wie Sekundäre Dienstleister, Provider of Human Services (Pohrs), Social Skills Professionals, Beziehungsarbeiter, Humandienstleister, Potenzialentfalter, Entwicklungshelfer. Einige andere Vorschläge waren weder ernst gemeint noch brauchbar, trugen aber sehr zur allgemeinen Erheiterung bei.

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Kollegiale Beratung – ist das sowas wie „Erfolgsteam“?

Am letzten Aprilwochenende war ich auf einer äußerst anregenden Unternehmerinnen-Tagung in Berlin und bot einen Kennenlern-Workshop in „Kollegialer Beratung“ an.

Da nicht jede Teilnehmerin mit dieser Bezeichnung etwas anfangen konnte, habe ich in Kaffeepausengesprächen kurz erklärt worum es ging und bekam als Antwort meistens ein „Aha“ oder „Interessant“. Bei einer Personen weckte meine Beschreibung offensichtlich Assoziationen: „Ist das wie Erfolgsteam?“. Da musste ich leider passen.

In den letzten Tagen habe ich dazu eingehender recherchiert und meine informierte Antwort ist nun „jein“.

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Zweiseitig unscharf – auf dem Weg zu einer Begriffsklärung

Am Beginn eines empirischen Forschungsprojektes steht eine Aufgabe ganz oben auf der ToDo-Liste: Begriffsklärung. Hier wird durch intensive Recherche herausgearbeitet, welches Phänomen genau eigentlich untersucht werden soll in Abgrenzung zu ähnlichen, angrenzenden Phänomenen, die im Moment nicht von Interesse sind.

Auf den ersten Blick ist die Sache doch klar – es geht um Kollegiale Beratung.

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Kollegiale Beratung für Führungskräfte

Die Zeitschrift wirtschaft+weiterbildung veröffentlichte 2013 einen größeren Beitrag zu einem firmenübergreifenden Projekt, bei dem Kollegiale Beratung für Führungskräfte eingeführt wurde (ab Seite 16).

Die Begründung leuchtet ein: Diese Zielgruppe hat die klassischen „Führungsseminare“ bereits absolviert. Lernbedarfe ergeben sich jetzt vor allem aus der Führungspraxis.

Lohnt die Lektüre.